Die besten mobilen Wettanbieter: Zehn Apps mit deutscher Erlaubnis, geprüft und eingeordnet
Die Zahl, die über jeder mobilen Wett-App in Deutschland steht, ist keine Quote und kein Bonus. Es sind 1.000 € – der monatliche Einzahlungsrahmen, der für alle Anbieter mit deutscher Erlaubnis zusammen gilt. Wer das nicht weiß, sucht den Fehler zuerst beim Support.

Stand: 29. Oktober 2026. Die Erlaubnisangaben wurden gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder abgeglichen.
Worauf es beim mobilen Wetten wirklich ankommt
Ein Smartphone ist kein Wettbüro mit kleinerem Bildschirm. Es ist der Ort, an dem die Wette in drei Minuten passiert: in der Bahn, in der Halbzeitpause, in der Schlange an der Kasse. Genau diese drei Minuten entscheiden darüber, ob eine App ihren Zweck erfüllt oder ob der Spieler sie nach zwei Wochen wieder löscht.

Der erste Punkt ist deshalb nicht die Quote, sondern die Frage, mit wem man es überhaupt zu tun hat. Mobile Wettanbieter gelten in Deutschland nur mit deutscher Erlaubnis als seriös. Alles danach – Bedienung, Livefunktionen, Zahlungswege – ist eine Geschmacksfrage, die man erst nach dieser Prüfung stellen sollte. Denn es gibt eine Reihenfolge, die die Werbung gern umdreht: Erst kommt die Erlaubnis der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, dann kommt der Rest. Eine App, die sich auf dem Touchscreen großartig anfühlt und in keiner Whitelist steht, ist kein guter Deal mit Schönheitsfehlern. Sie ist ein anderes Geschäft.
Was den Anbieter am Ende von einem Konkurrenten trennt, lässt sich in vier Größen fassen, und keine davon taucht in einem Werbebanner auf:
- die Erlaubnis und der Inhaber, der dahinter steht, mit dem Datum der ersten Erteilung,
- die Bedienung auf dem Glas: Ladezeit, Wettschein, Übersicht, Zahl der Taps bis zur abgegebenen Wette,
- die Bedingungen des Angebots: Umsatzanforderungen, Mindestquoten, Fristen, Deckelungen,
- und der Preis, der in jeder Quote steckt, ob der Anbieter ihn ausweist oder nicht.
Wer die ersten drei prüft und die vierte Größe vergisst, zahlt am Ende des Jahres mehr für dasselbe Vergnügen, ohne es je in einer Abrechnung zu sehen. Der Quotenschlüssel eines Marktes – Fachleute nennen ihn Auszahlungsquote – ist der Anteil aller Einsätze, den dieser eine Markt zurückzahlt. Die Marge ist der Rest. Sie ist die unsichtbare Gebühr jeder Wette, und sie steigt in der Regel, wenn kein Wettbewerbsdruck mehr da ist.
Was ein Handy im Vergleich zum Rechner verändert
Auf dem Touchscreen zählen Übersicht, Ladezeit, Wettschein und die Hinweise rund um die Wette. Vier Dinge, die auf dem Monitor nebensächlich wirken und in der App plötzlich über die Nutzung entscheiden. Wer am Rechner zehn Tabs offen hat, verliert in der App nichts. Wer in der App drei Mal danebentippt, verliert Zeit – und manchmal den Wettschein.
Die zweite Veränderung ist weniger sichtbar: Die Hürde zur nächsten Wette sinkt. Ein Konto, das schon eingeloggt ist, ein gespeicherter Wettschein, ein Fingerprint statt Passwort – der Weg vom Impuls zur Wette ist auf dem Telefon um ein Vielfaches kürzer. Das ist ein Komfortgewinn und ein Risiko in derselben Bewegung. Die Schutzregeln sind genau deshalb nicht an das Gerät gekoppelt.
Die dritte: Nicht jede App ist eine App. Hinter manchen Angeboten steht eine installierte Anwendung mit eigenen Benachrichtigungen und gespeicherter Anmeldung, hinter anderen nur eine für kleine Bildschirme angepasste Seite im Browser. Beides kann funktionieren. Nur verhalten sie sich unterschiedlich, wenn das Netz schlecht wird oder wenn eine Wette im letzten Moment geändert werden soll.
Die Rechtslage: Die Whitelist ist der einzige echte Test
Es gibt in Deutschland eine einzige belastbare Prüfung, und sie ist öffentlich. Die Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige Stelle, an der sich nachsehen lässt, ob ein Anbieter Sportwetten im Internet anbieten darf. Wer dort steht, darf; wer nicht dort steht, darf nicht, unabhängig davon, welche anderen Erlaubnisse er auf der Welt noch hält.

Der Stand der Liste vom 2. Oktober 2026 enthält 30 Einträge: 27 Inhaber mit einer Sportwetten-Erlaubnis, darunter zwei, die zusätzlich Pferdewetten anbieten, und drei Inhaber ausschließlich für Pferdewetten. Ein Detail daraus verdient Aufmerksamkeit, weil es gern als Qualitätssiegel verkauft wird: Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Das beweist für sich genommen nichts. Erst der Eintrag selbst macht die Domain zu einer erlaubten.
Der Ablauf dahinter ist unspektakulär, und das ist Absicht. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) erteilt unter dem GlüStV 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, die bundesweite Erlaubnis, Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln (§ 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV). Sie überwacht und sie ahndet (§ 28a). Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre (§ 4c Abs. 1). Die Whitelist führt nur Erteilungsdaten, niemals ein Enddatum – wer dort ein Ablaufdatum findet, hat es sich ausgedacht.
Ein Punkt schützt vor einem verbreiteten Missverständnis. Nur die Domain, die unter der Sportwetten-Erlaubnis gelistet ist, nimmt Sportwetten an. Slots, Poker oder Casino eines Inhabers sind andere Erlaubnisse mit anderen Regeln. Wer also prüft, ob eine Marke Sportwetten anbieten darf, prüft nicht die Marke, sondern die Domain.
Rechtliche Folgen für Spielende und Veranstalter
Für einen Spielenden ist die interessante Frage nicht, was dem Veranstalter blüht, sondern ob er jemals etwas von seinem Einsatz wiedersieht. Hier ist die Lage differenziert, und wer sie glattbügelt, hilft niemandem.
Zivilgerichte haben mehrfach Anbieter ohne deutsche Erlaubnis verurteilt, Einsätze zurückzuzahlen. Der Bundesgerichtshof hat die Frage dem Europäischen Gerichtshof vorgelegt – mit Beschluss vom 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23), in einem Verfahren, in dem ein Kläger von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurückverlangt. In seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 hält Generalanwalt Nicholas Emiliou eine Rückzahlungspflicht für unerlaubte Sportwetten grundsätzlich für möglich (Rechtssache C-530/24). Eine Ausnahme sieht er dort, wo Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Zugesagt ist damit niemandem etwas. Ein Urteil steht aus, und ein offenes Verfahren ist keine Forderung, die man stellen kann.
Das Strafrecht ist klarer, trifft den Spieler aber schwächer als viele glauben. Wer Sportwetten veranstaltet, ohne über die Erlaubnis zu verfügen, handelt nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel; nach § 284 StGB stehen darauf bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, für die Werbung bis zu einem Jahr. Die Teilnahme nach § 285 StGB kann mit bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe geahndet werden. Eine systematische Verfolgung einzelner Spieler ist nicht festzustellen – das ist weder ein Freibrief noch ein Grund, die Sache zu dramatisieren. Eine Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Erlaubnis hat in Deutschland keine Bedeutung. Die Behörde warnt Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor illegalen Angeboten; in einer Warnung vom 17. September 2026 nannte sie als Beispiel Platincasino.
Die ehrliche Gegenüberstellung liest sich so: Ohne Erlaubnis gibt es keine Verbindung zu OASIS oder zur Limitdatei, keinen deutschen Rechtsschutz, höhere Limits möglich. Mit Whitelist gibt es Rechtssicherheit und Spielerschutz – aber auch das Einzahlungslimit von 1.000 €, eingeschränkte Live-Märkte, vollständige Verifizierung und Zahlung nur vom eigenen Konto. Beides hat einen Preis. Nur einer davon wird auf der Seite des Spielers bezahlt.
Was die Schutzregeln auf dem Telefon kosten
Sie drücken keinen Button, der sagt, was er tut. OASIS, LUGAS und der Panikbutton sind drei Apparate, die im Hintergrund arbeiten, und die meisten Spielenden merken erst, wo sie greifen, wenn sie greifen. Wer vorher weiß, was passiert, muss nicht raten.
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde hat die Whitelist eingerichtet, die Liste unter den Schutzregeln heißt anders und tut mehr. Die Limitdatei und die Aktivitätsdatei sind die beiden Instrumente, die aus dem Handy ein überwachtes Gerät machen – über alle Anbieter hinweg.
Einzahlungslimit, OASIS und der Panikbutton in der App
Die Teilnahme ist ab 18 Jahren erlaubt (§ 4 Abs. 3). Pro Anbieter gibt es ein Konto, und es ist vollständig verifiziert (§ 6a). Bevor die Verifizierung abgeschlossen ist, darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden lang Spiel erlauben, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlungen. Wer also schnell einzahlt und sofort gewinnen will, merkt spätestens beim Auszahlen, dass das Konto noch nicht fertig ist.
Das bekannte Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt standardmäßig über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt (§ 6c Abs. 1). Es ist keine hausgemachte Regel eines einzelnen Buchmachers, sondern eine Grenze, die dem Monat folgt und nicht dem Anbieter – wer im Januar bei einem Anbieter 1.000 € eingezahlt hat, findet bei einem anderen Anbieter keine 1.000 € mehr vor. Ein Anbieter, dessen Erlaubnis es zulässt, darf für eine Einzelperson ein höheres Limit setzen, bis 10.000 € und in einem engen Rahmen 10.000 bis 30.000 € für höchstens 1 % seiner aktiven Spielenden. Voraussetzung ist ein nachweisbares wirtschaftliches Vermögen; eine Selbstauskunft genügt dafür nicht. Ein niedrigeres Limit greift sofort, ein höheres erst nach 7 Tagen. Wer sein Limit senkt, merkt das noch am selben Abend.
Parallelspiel ist verboten (§ 6h, Aktivitätsdatei). OASIS nach §§ 8, 8a ist das bundesweite Sperrsystem, das bei Registrierung und Login abgefragt wird; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spielende einen Zeitraum nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst sofort eine 24-stündige Sperre aus. Anbieter ohne deutsche Erlaubnis sind an OASIS und LUGAS nicht angeschlossen – die wirksamsten Schutzinstrumente dieses Marktes fehlen dort schlicht.
Zahlungen, Steuer und Auszahlungsweg
Zwei Regeln, die man als Spieler erst merkt, wenn sie greifen. Eingezahlt wird nur von einem Zahlungskonto auf den eigenen Namen bei einem nach dem Geldwäschegesetz verpflichteten Institut; anonyme Zahlungsmittel sind nicht erlaubt (§ 6b Abs. 4). Genau dieser Mechanismus hält Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten aus dem erlaubten deutschen Sportwetten heraus. Wer schon einmal mit einem Konto auf den Namen eines Familienmitglieds eingezahlt hat, kennt die Diskussion, die danach kommt.
Spielergelder liegen auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto. Bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen ohne Gebühren ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7). Das ist eine der wenigen Stellen im deutschen Wettrecht, an der eine Frist auf der Seite des Spielers steht.
Dann die Steuer, über die am meisten Unsinn erzählt wird. Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage, und diese Grundlage ist der gezahlte Einsatz abzüglich des Steuerbetrags selbst (§§ 17, 18). Umgerechnet auf den Betrag, den man einzahlt oder setzt, sind das rund 5,03 % (5,3 / 105,3). Sie schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Wettende (§ 19). Ob und wie er sie weitergibt, ist seine Entscheidung. Ob eine konkrete Quote die Steuer enthält, lässt sich also nur an den Bedingungen des jeweiligen Anbieters ablesen – nicht an einer allgemeinen Regel. Wer „5,3 % vom Einsatz“ schreibt, hat die Bemessungsgrundlage um einen Faktor vertauscht. Und: Die Steuer gilt auch für unerlaubte Anbieter. Eine gezahlte Steuer ist kein Nachweis einer Erlaubnis.
Die Erlaubnis selbst ist der einzige echte Filter, und die Whitelist der GGL verrät mehr über eine Marke als jede Werbeseite: Sie nennt nicht nur die Erlaubnis, sondern auch den Inhaber, der für sie geradesteht.
Was in dieser Übersicht auffällt, sind die Jahreszahlen am rechten Rand. Die frühen Erteilungen liegen geballt im Herbst 2020 – NEO.bet, ODDSET, Interwetten und bpremium stammen aus diesem Fenster. Eine erste Erlaubnis läuft fünf Jahre, und die Whitelist führt kein Enddatum; wer die Liste heute liest, sieht Erteilungsdaten, keine Laufzeiten. VBet und MERKUR BETS kamen erst Ende 2023 dazu. Wer eine Marke mit langer Listenzugehörigkeit sucht, weil er annimmt, das sage etwas über ihre Marktstellung, überschätzt den Unterschied: Auf das Wettangebot wirkt das Datum nicht. Es wirkt auf das Vertrauen, das ein Spielender in die Beständigkeit einer Plattform setzt, und darauf, ob die App bis heute gepflegt wurde oder ob sie 2020 einmal gebaut und danach liegen gelassen wurde.
Die zweite Auffälligkeit ist die Kette hinter dem Namen. Hinter NEO.bet steht Greenvest Betting Limited, hinter 888sport die 888 Germany Limited. Wer bei einem Problem rechtlich gegen seinen Anbieter vorgehen will, sucht sich richtigerweise den Inhaber aus dieser Spalte und nicht die Marke, unter der er geworben hat.
Livewetten auf dem Glas: Was erlaubt ist und was fehlt
Livewetten sind der Grund, warum viele überhaupt zur App greifen. Und kaum ein Bereich des deutschen Wettrechts ist so eng gezogen – und nirgends klaffen Erwartung und Regel weiter auseinander.
Die Whitelist ist deshalb mehr als eine Liste. Sie ist die Antwort auf die Frage, ob der Livestream auf dem Telefon überhaupt zu einem deutschen Anbieter gehört.
Der gesetzliche Rahmen für Livewetten
Während eines laufenden Ereignisses sind Livewetten nach § 21 Abs. 4 nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente zulässig, und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Das nächste Tor im Fußball ist erlaubt. Der nächste Satz im Tennis ist erlaubt. Der nächste Punkt im Tennis ist nicht erlaubt, der nächste Korb im Basketball ebenso wenig. Es sind diese beiden Sätze, die einen Basketball-Fan in der App am häufigsten zu der Annahme führen, sein Anbieter sei defekt.
Erlaubt sind feste Quoten auf den Ausgang eines Ereignisses oder eines Abschnitts und auf Vorfälle darin, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1), und nur Wettarten, die die Behörde zugelassen hat (Sportwettprogramm, § 21 Abs. 5). Ausgeschlossen sind Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren – nach der Praxis der Behörde zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateursport. Manipulationsanfällige Wetten, Wetten auf Regelverstöße oder deren Sanktionierung sind es ebenfalls (§ 21 Abs. 1a), und auf gesellschaftliche oder politische Ereignisse lässt sich nicht wetten. E-Sport ist nach Auskunft der Behörde nicht möglich; er gilt dort nicht als Sport, was bedeutet: Ein lizenziertes E-Sport-Wetten existiert in Deutschland nicht. Auszahlungen erfolgen erst nach dem offiziellen Ende des Ereignisses. Eine gesetzliche Höchstgrenze für den Einsatz pro Wette gibt es im Sportwettenbereich nicht – wer davon hört, hat von einer Casino-Regel gelesen.
Der Cash Out schließlich ist gesetzlich nicht geregelt. Es gibt weder eine Vorschrift noch eine Regelung der Behörde dazu. Wer ihn beschreiben will, beschreibt ihn als das, was er ist: eine Funktion des jeweiligen Anbieters zu dessen Bedingungen. Das ist die ehrlichste Kategorie, die es hier gibt.
Livestreams, Cash Out und Wettschein in der Praxis
Die Funktionen, mit denen Anbieter auf dem Telefon werben, sind überwiegend appseitig gebaut – und deshalb ist die App-Beschreibung im Store eine brauchbare Quelle für das, was man tatsächlich bekommt. Sie ist die Beschreibung dessen, was der Anbieter selbst über sein Produkt sagt, und nichts darüber hinaus.
bet365 wirbt in der eigenen App-Store-Beschreibung mit dem „Wetten-Konfigurator+“, der beliebte Wettmöglichkeiten ausgewählter Veranstaltungen in einer Wette bündelt. Die als Entwickler im Store eingetragene Hillside Technology Limited beschreibt weiter, dass jedes Jahr Hunderttausende Veranstaltungen per Livestream übertragen werden. Betano nennt in seiner Beschreibung den Bet Builder – mehrere Märkte eines Spiels kombinieren –, Cash Out und Live-Streaming, unter anderem von LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. bwin führt Cashout in manueller und automatischer Form, Live-Streams, Live-Statistiken sowie Kombi-Boost und Quoten-Boost.
Die Bandbreite davor ist die eigentliche Nachricht. NEO.bet nennt Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout. Tipwin bietet Live-Wetten, Cashout ganz oder teilweise sowie Videoübertragungen ausgewählter Ereignisse. Die bet-at-home-App wirbt mit Live-Wetten, Cash-Out und Bet-Builder sowie Live-Scores von Flashscore und Fotmob. Interwetten nennt eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten. Sportwetten.de beschreibt eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und die Anmeldung per Face ID. bpremium, Tiptorro und 888sport treten in ihren mobilen Beschreibungen mit Live-Wetten auf, ohne einzelne Livefunktionen auszubreiten. Bei ODDSET als dem Anbieter der staatlichen Lotteriegesellschaften liegt der Charakter des Angebots näher am Sportwetten-Standardprodukt als an einer Funktionsschau.
Zwei Einschränkungen darf man sich notieren, weil sie die Nutzung im Alltag verändern. Bei Betano steht das Live-Streaming laut Beschreibung verifizierten Kunden ab einem bestimmten Mindestguthaben zur Verfügung – Livestream also nicht für jeden, der sich registriert, sondern für den, dessen Konto gedeckt ist. Und bei MERKUR BETS ist der Cashout nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button; ausgezahlt wird der Betrag aber erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Ein Cashout ist dort also eine verbindliche Auflösung, aber kein sofortiges Geld. Wer plant, mit der Cashout-Summe unmittelbar die nächste Wette zu finanzieren, plant in diesem Fall zu früh.
Gebrauch des Cashouts in der Praxis, bei einem Anbieter, der sofort auszahlt: 20 € Einsatz auf eine Quote von 1,80 ergeben im Gewinnfall eine Rückzahlung von 36 € und einen Nettogewinn von 16 €. Verkauft man den Wettschein vorher, hängt die Cashout-Summe davon ab, wie sich die Restchance seither entwickelt hat – und der Anbieter setzt diese Summe selbst fest. Es gibt keine Regel, die ihm dabei einen Rahmen vorgibt. Wer den Wettschein nach dem nächsten Tor beendet sehen will, hat im Cashout ein Werkzeug; wer ihn losgeworden sein will, hat eine Abhängigkeit.
Die App-Qualität: Der Praxistest auf dem Touchscreen
Jetzt darf man über die App reden, und der Ton ändert sich schlagartig. Vorher ging es um Erlaubnisse und Verbote, jetzt geht es um Ladezeiten und Daumen. Beides gehört zusammen.
Und ein Satz vorweg, der die Erwartung geradebiegt: „Mobile Bonus“ ist in Deutschland keine eigene Produktkategorie mit eigenen Regeln. Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus setzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzanforderungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Wer eine Extrawurst für das Handy verspricht, verspricht eine Marketinglinie, keine Rechtsfigur.
Was eine App brauchbar macht
Der erste Test ist der Wettschein. Eine Wette ist in der App erst dann fertig, wenn sie im Wettschein liegt, in der richtigen Version, mit sichtbarem Einsatz und sichtbarer Quote. Es gibt Apps, bei denen der Wechsel zwischen Einzel- und Kombiwette einen Bildschirmwechsel kostet; es gibt Apps, bei denen er nebenbei passiert. Der Unterschied entscheidet in der Halbzeitpause.
Der zweite Test ist die Kombiwette selbst. Die Quoten der einzelnen Beine multiplizieren sich zu einem Preis. Wer eine Kombi aus zwei Wetten zu je 1,90 abgibt, hat am Ende eine Quote von 3,61 vor sich – bei 10 € Einsatz 36,10 € Rückzahlung und 26,10 € Nettogewinn. Dass eine Kombiwette zwei Bauchlandungen addiert, weiß jeder; dass die Marge zweier Märkte sich dabei in derselben Zahl vervielfacht, wird dagegen selten besprochen.
Der dritte Test ist der Live-Bereich auf dem kleinen Bildschirm. Er muss sich während eines laufenden Ereignisses noch sauber bedienen lassen, und zwar auch dann, wenn die halbe Nation gleichzeitig zusieht.
Der vierte Test ist die Anmeldung. Face ID ist bequem, und bei einem Anbieter ist sie in der eigenen App-Beschreibung ausdrücklich genannt. Eine Anmeldung, die ohne Passwort auskommt, senkt allerdings genau die Hürde, die eine Pause erzwingt. Wer viel in der App ist, sollte sich das vorher überlegen.
Der fünfte Test ist der Zahlungsweg. Sportwetten.de nennt PayPal-Einzahlungen in seiner App-Beschreibung. bet365 nennt unter anderem Debitkarte, PayPal und paysafecard. Betano führt Apple Pay, Google Pay, PayPal, Klarna Sofortüberweisung, Betano Cash und Kreditkarten für Ein- und Auszahlung. Wie viele Taps zwischen „ich zahle ein“ und „das Geld ist da“ liegen, ist ein Qualitätsmerkmal, das keine Werbeseite angibt.
Der sechste Test ist der Wettschein, der noch offen ist, wenn die App geschlossen wird. Eine Wette, die man morgens in der Bahn vorbereitet und abends abgibt, darf nicht darunter leiden, dass man zwischendurch telefoniert hat. Das klingt banal und ist in der Praxis das Kriterium, an dem sich gute von mittelmäßigen Apps am klarsten trennen.
Wie Anbieter ihre Apps betreiben
Die Liste der geprüften und von der Behörde erlaubten Marken für deutsches Sportwetten umfasst zehn Namen, und jeder steht für eine andere Art, dieses Geschäft zu betreiben. Die folgende Übersicht ordnet sie nach dem, was auf dem Telefon zählt – nicht nach einer Quote, die sich morgen schon geändert hat.
| Marke | GGL Whitelist status und permit holder | sports permit seit |
|---|---|---|
| NEO.bet | erlaubt, Greenvest Betting Limited | 09.10.2020 |
| Betway | erlaubt, Betway Limited | 09.03.2021 |
| Tiptorro | erlaubt, Torro Tec Limited | 30.06.2021 |
| ODDSET | erlaubt, Oddset Sportwetten GmbH | 18.11.2020 |
| VBet | erlaubt, SCGO Limited | 05.12.2023 |
| Sportwetten.de | erlaubt, NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Interwetten | erlaubt, Interwetten Gaming Limited | 02.11.2020 |
| MERKUR BETS | erlaubt, Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| 888sport | erlaubt, 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| bpremium | erlaubt, Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Die zehn mobilen Wettanbieter im Einzelnen
Zehn Marken, zehn Erlaubnisse, zehn Inhaber. Was sie unterscheidet, steht selten in der Werbung und fast immer in einer Liste oder in den eigenen Bedingungen.
Ein Hinweis zum Aufbau: Die Reihenfolge ist die der Whitelist-nahen Zusammenstellung, keine Bewertung. Wo eine Eigenschaft in den Bedingungen oder in der App-Beschreibung eines Anbieters nicht vorkommt, steht hier nichts dazu – eine Lücke in der Beschreibung ist kein Mangel des Produkts, und Beschreibungen sind unterschiedlich ausführlich.
NEO.bet: Teil-Cashout für die, die den Wettschein unterwegs korrigieren
Hinter NEO.bet steht Greenvest Betting Limited; die Erlaubnis für die Domain NEO.bet wurde erstmals am 9. Oktober 2020 erteilt, eine Folgeerlaubnis am 22. Dezember 2022. Das ist eine der frühesten Erteilungen des Marktes.
Im App Store beschreibt sich die Anwendung als lizenzierter Sportwettenanbieter mit deutscher Lizenz. Ein schöner Satz, und er führt direkt zur wichtigsten Prüfgewohnheit: Ob eine Erlaubnis besteht, entscheidet nicht die Beschreibung, sondern der Eintrag in der Whitelist. Beide Angaben zusammen ergeben das Bild – der Inhaber ist derselbe, den die Liste führt.
Die Funktionen sind der eigentliche Charakter dieser App. Live-Quoten, Live-Wetten, Cashout und Teil-Cashout stehen in der Entwicklerbeschreibung. Der Teil-Cashout ist der Punkt, an dem sich NEO.bet von Anbietern unterscheidet, die nur den ganzen Wettschein auslösen können: Wer einen Vierer-Wettschein hat und nach dem ersten Spiel den Finger auf einen capriziösen Einzelbeinen hat, kann genau dieses eine Bein herausnehmen, ohne den Rest zu verlieren. Für Spieler, die Kombinationen mit einem Risikobein bauen, ist das die wertvollste Einzelfunktion dieser Liste.
Die Kehrseite: NEO.bet gehört zu den Anbietern, deren mobile Beschreibung über Zahlungswege und Boni wenig sagt, und die Bewertung eines Bonussystems ist ohne dessen Bedingungen ohnehin nicht möglich. Wer einen herausgehobenen Willkommensvorteil sucht, wird hier vor dem Einloggen lesen müssen, was er tatsächlich bekommt, statt sich auf eine Store-Seite zu verlassen.
Worauf ein Blick lohnt: Diese App gehört zu den wenigen hier, die den Wettschein-Werkzeugkasten vollständig beschreiben. Wer regelmäßig Kombinationen bildet und mittendrin eingreifen will, findet hier die feinste Eingriffstiefe der Liste.
Betway: Livewetten und Livestreams im Paket
Die Whitelist führt für Betway.de die Betway Limited, erste Erlaubnis am 9. März 2021, Folgeerlaubnis am 23. Dezember 2022. Die Marke ist damit in einem späteren Schwung der Erlaubnisvergabe dazugekommen als die Herbst-2020-Gruppe.
Die App „Betway Sports Live Sportwetten“ nennt im App Store als Anbieter die Digital Outsource International Limited mit Sitz in London und verweist auf eine „Deutsche Lizenz (Whitelist)“. Hier ist eine Unterscheidung wichtig, die sonst regelmäßig untergeht: Die Whitelist nennt als Inhaber der Erlaubnis für Betway.de die Betway Limited. Eine abweichende Entwicklerangabe im Store ist kein Widerspruch und keine Warnung – sie sagt lediglich, wer die App gebaut und eingestellt hat. Wer wissen will, mit wem er rechtlich zu tun hat, nimmt den Inhaber aus der Whitelist, nicht den Entwickler aus dem Store.
Das Angebot ist auf Live ausgerichtet: Livewetten und Livestreams stehen in der Beschreibung. Für Spieler, die eine Sportart verfolgen und dazu die Bilder sehen wollen, ist das die zentrale Frage überhaupt. Keine Regel verpflichtet einen Anbieter zur Übertragung, und keine Liste garantiert sie dauerhaft.
Worauf ein Blick lohnt: Bei dieser Marke verrät der Vergleich zweier Register – Whitelist und App-Store-Eintrag – mehr über die Konstruktion als jede Werbeseite. Wer das einmal nachgeprüft hat, prüft es bei jeder weiteren App automatisch.
Tiptorro: schlank, aber sauber gelistet
Die Whitelist nennt für Tiptorro.de die Torro Tec Limited, erste Erlaubnis am 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 27. Dezember 2022. Die Torro Tec Limited mit Sitz in Malta beschreibt sich selbst als behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder – und dieser Satz deckt sich mit dem Registereintrag.
Über die mobilen Funktionen sagt die Beschreibung wenig, und darüber, welche Zahlungswege oder Bonusbedingungen gelten, sagt sie gar nichts. Das ist keine schlechte Nachricht, sondern eine Verschiebung: Bei einem Anbieter, der sein Produkt nicht ausbreitet, reduziert sich die Prüfarbeit nicht, sie verlagert sich nur. Wer Tiptorro in Betracht zieht, prüft die eigenen Bedingungen auf der Webseite, und zwar vor der Einzahlung.
Worauf ein Blick lohnt: Der Anbieter steht mit einem der späteren Erlaubnisdaten in der Liste und gehört damit zu den jüngeren Sportwetten-Erlaubnissen dieser Zusammenstellung. Wer vor allem Rechtssicherheit sucht und mit einem übersichtlichen Livestream weniger anfangen kann, findet hier nichts Anstößiges und nichts Spektakuläres.
ODDSET: das Angebot der staatlichen Lotteriegesellschaften
Die ODDSET Sportwetten GmbH ist nach eigener Angabe seit dem 1. Januar 2020 Veranstalterin der ODDSET Sportwette und führt das Sportwettenangebot der staatlichen Lotteriegesellschaften fort. Die Whitelist führt für Oddset.de die Oddset Sportwetten GmbH mit einer ersten Erlaubnis vom 18. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Online über Oddset.de und in der ODDSET-App ist das Angebot seit Anfang 2023 verfügbar.
Das ist eine Besonderheit dieses Marktes: Ein Anbieter in staatlicher Trägerschaft steht in derselben Whitelist wie die privaten Betreiber, und die Regeln sind für ihn dieselben. Wer ein Konto bei einem Anbieter sucht, dessen Anteilseigner keine maltesischen Gesellschaften sind, hat hier eine der wenigen Optionen der Liste. Die Kehrseite ist, dass die App erst seit Anfang 2023 existiert – wer Wert auf jahrelang eingefahrene, feingeschliffene Bedienung legt, findet bei Anbietern mit Erlaubnis von 2020 die längere Entwicklungsgeschichte.
Worauf ein Blick lohnt: Bei ODDSET ist die App ein vergleichsweise junger Teil des Angebots. Wer schon einmal an einem wettstar-Konto beim Pferderennen vorbeigekommen ist, macht hier einen ähnlich nüchternen, wenig aufgeregten Eindruck.
VBet: die jüngste Erlaubnis der Zusammenstellung
Für Vbet.de verzeichnet die Gemeinsame Glücksspielbehörde die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023 – das jüngste Erteilungsdatum dieser zehn Marken. Inhaber ist die SCGO Limited mit Sitz im Luxe Pavilion, 2nd Level, Diamonds International Building, Portomaso, St. Julian’s auf Malta.
Ein Erlaubnisdatum Ende 2023 bedeutet in der Praxis einen Anbieter, der seine deutsche Zulassung in der zweiten Welle gesichert hat. Über die mobilen Funktionen und die konkreten Zahlungswege lässt die Beschreibung wenig erkennen; wer VBet prüft, prüft das Wettprogramm selbst und die eigenen Bedingungen.
Worauf ein Blick lohnt: Wer aus Prinzip bei den Anbietern bleiben will, die möglichst lange auf der Whitelist stehen, findet hier das Gegenbeispiel – und damit die Gelegenheit, die eigene Regel zu überprüfen. Das Erteilungsdatum sagt nichts über die Qualität einer App, und es sagt nichts über die Höhe einer Quote.
Sportwetten.de: der Name mitten im Wettschein
Die Erlaubnis für Sportwetten.de liegt bei der NetX Betting Limited, erstmals erteilt am 19. November 2020, Folgeerlaubnis am 16. Dezember 2022. Der Markenname ist der Domainname, und das ist für einen Spielenden mehr als eine Kuriosität: Verwechslungen passieren bei diesem Anbieter bei der Suche schneller als bei jedem anderen der Liste.
Die App-Beschreibung ist die ausführlichste dieses Feldes – sie nennt eine Cash-Out-Liste mit Teil-Cash-Out-Funktion, einen Live Match Tracker, PayPal-Einzahlungen und eine Anmeldung per Face ID. Bemerkenswert daran ist die Kombination: Die Face-ID-Anmeldung senkt die Hürde zum Konto, der Live Match Tracker hält den Nutzer länger in der App, und der Teil-Cashout gibt ihm zwischendurch einen Ausweg. Wer selten in der App ist, profitiert von dieser Bauart wenig; wer regelmäßig kurze Sitzungen einlegt, findet hier einen vollständigen Werkzeugkasten.
Worauf ein Blick lohnt: Wenn eine dieser Funktionen den Ausschlag geben soll, gehört sie vor der Einzahlung einmal ausprobiert – auf einem Wettschein, den man ohnehin plant, und nicht auf einem, der nur zu Testzwecken gebaut wurde.
Interwetten: Cash-Out mit Betonung auf Quoten
Gelistet ist für Interwetten.de die Interwetten Gaming Limited mit einer ersten Erlaubnis vom 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Die App „Interwetten: Sportwetten DE“ wird von der Interwetten Gaming Ltd angeboten und nennt in der Entwicklerbeschreibung eine Cash-Out-Funktion sowie Top-Quoten für Live- und Pregame-Wetten.
Das ist die interessanteste Formulierung dieses Abschnitts, und sie verdient eine Sekunde Misstrauen. „Top-Quoten“ ist ein Werbewort, kein Messwert. Eine Quote wird nicht dadurch besser, dass sie sich so nennt. Der Vergleichspunkt liegt woanders: In jedem Preis steckt der Quotenschlüssel des Marktes, also der Anteil aller Einsätze, den dieser Markt zurückzahlt. Ein Anbieter mit hohen Quoten in einem Markt und sehr anderen Quoten in einem zweiten hat nicht ein Preisniveau, sondern zwei. Wer die Werbung überprüfen will, vergleicht die Quoten zweier Anbieter auf dieselbe Wette zum selben Zeitpunkt und rechnet den Rest selbst aus.
Worauf ein Blick lohnt: Die Cash-Out-Abdeckung lässt sich nur während eines laufenden Ereignisses beurteilen. Wer den Wettschein mittendrin beenden will, prüft die Funktion an einem Spieltag, an dem er ohnehin zusieht.
MERKUR BETS: Kontrolle während des Wettscheins, Geld danach
Für MERKUR BETS führt die Whitelist die Merkur Bets Malta Limited mit einer Erlaubnis vom 6. November 2023 – ebenfalls eine der jüngeren. Die MERKUR-BETS-App ist für Android und iOS kostenlos und nennt in ihrer Beschreibung „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“.
Der Cashout bei MERKUR BETS ist nach Abgabe der Wette jederzeit nutzbar, in der App unter „Meine Wetten“ über den gelben Cashout-Button. So steht es in der Beschreibung. Und dort steht auch der Satz, den man zweimal lesen sollte: Ausgezahlt wird der Betrag erst, wenn alle Spiele des Wettscheins beendet und abgerechnet sind. Der Cashout beendet an dieser Stelle also die Wette, nicht den Wartezustand. Wer die Summe sofort auf dem Konto braucht, braucht sie nicht bei MERKUR BETS.
Worauf ein Blick lohnt: Der Anbieter wirbt mit einer sehr großen Zahl an Wettmöglichkeiten, und in derselben App liegen die MERKUR SLOTS. Beides zusammen macht die Frage interessant, welche der beiden Umgebungen die Spielzeit tatsächlich aufnimmt. Für die Sportwetten-Erlaubnis ist das irrelevant – sie deckt die Slots nicht ab, und die Slots sind keine Sportwette.
888sport: die Marke aus der börsennotierten Gruppe
Die Whitelist führt für 888sport die 888 Germany Limited, erste Erlaubnis am 30. Juni 2021, Folgeerlaubnis am 15. Dezember 2022. Hinter der Marke steht die 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar, die Holdinggesellschaft der 888-Gruppe, zu der 888sport gehört; die Aktie ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert.
Für einen Spielenden ist ein Börsennotat keine Funktionsgarantie, aber es ist ein Grad an Transparenz, den eine private Gesellschaft nicht liefern muss. Die Kehrseite steht in der Beschreibung: Das mobile Angebot von 888sport tritt mit Live-Wetten auf, ohne einzelne Livefunktionen auszubreiten. Wer von einem so großen Haus ein üppiges Streamingpaket erwartet, prüft es besser in der App als in einer Annahme.
Worauf ein Blick lohnt: Die Struktur hinter der Marke ist hier leichter nachzuvollziehen als bei den meisten Mitbewerbern – und wer wissen will, wie belastbar eine Plattform über Jahre hinweg ist, sieht in dieser Konstruktion einen Vorteil, den eine App-Beschreibung nicht abbildet.
bpremium: eine kurze Fassung des Katalogs
Für Bpremium.de führt die Whitelist die Ladbrokes (Deutschland) Limited mit Sitz in Unit 6, St Business Centre, 120 The Strand, Gzira auf Malta, geführt unter der Registernummer C92799; die Nutzungsbedingungen in der Fassung vom 3. April 2023 benennen dieselbe Gesellschaft. Die Erlaubnis wurde erstmals am 9. Oktober 2020 erteilt, die Folgeerlaubnis am 21. Dezember 2022.
Namen und Registernummer in den eigenen Bedingungen machen eine Prüfung angenehm unaufgeregt: Wer wissen will, welche Gesellschaft für das Angebot verantwortlich zeichnet, findet sie dort, ohne eine Whitelist daneben zu legen. Im mobilen Bild bleibt die Beschreibung knapp: Live-Wetten ja, weitere Einzelheiten nein. Damit zählt bpremium zu den Anbietern, deren App man am schnellsten selbst ausprobiert statt beschrieben liest.
Worauf ein Blick lohnt: Der Anbieter teilt mit mehreren Häusern das Erlaubnisdatum vom Herbst 2020 und damit eine lange Listenzugehörigkeit. Wer darauf Wert legt und zugleich eine schlanke, wenig beworbene App bevorzugt, findet hier eines der stilleren Angebote des Feldes.
Was die Boni am Ende wirklich kosten
Kommen wir zum unangenehmen Teil. Kein Werbesatz der deutschen Sportwettenbranche ist schlechter gedeckt als der Begriff „Gratiswette“.
Das GlüStV enthält keine Vorschrift, die einen Sportwettenbonus setzt oder begrenzt. Beträge, Umsatzanforderungen und Mindestquoten kommen ausschließlich aus den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Verboten ist einem Erlaubnisinhaber nur, was § 5 Abs. 3 und 6 regelt: keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung auf demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, und keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz. Ein Bonusdeckel steht dort nicht. Wer glaubt, eine Aufsicht bremse die Bonusspirale mit einer Zahl, glaubt an eine Regel, die es nicht gibt.
Also muss man selbst rechnen, und die Rechnung ist bei jeder Gratiswette dieselbe. Eine Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn nicht mit ausgezahlt wird, ist nicht das wert, was auf ihr draufsteht. Ihr durchschnittlicher Wert ergibt sich aus dem Betrag multipliziert mit der Quote minus eins, geteilt durch die Quote, und das multipliziert mit dem Quotenschlüssel des Marktes. Ein Beispiel mit runden Zahlen: eine Gratiswette über 10 € auf eine Quote von 1,90 in einem Markt, dessen Auszahlungsquote 95 % beträgt – dann liegen 4,51 € Wert in dem Gutschein, nicht 10 €.
Was dieser Wert bedeutet und was nicht: Er ist der durchschnittliche Vorteil über viele Wetten dieser Art unter der Annahme, dass nur der Gratisbetrag gesetzt wird. Er sagt nicht, was eine einzelne Gratiswette gewinnt. Die Mehrheit der Spielenden wird sie verlieren, und der Betrag darüber ist der Ausgleich dafür, dass einige gewinnen.
Dieselbe Ernüchterung schützt auf der anderen Seite. Wer die Umsatzbedingungen liest und die Gratiswette nicht als Geld, sondern als Verzichtsnote behandelt, setzt sie auf Quoten, die zum durchschnittlichen Wert passen, und nicht auf die Quote mit dem schönsten Bauchgefühl.
Die Formen, in denen Angebote auftreten, sollte man auseinanderhalten, weil sie wirtschaftlich nicht dasselbe sind. Ein Bonus in Geld bleibt ein Bonus in Geld. Eine Gratiswette bleibt eine Gratiswette, deren Einsatz bei einem Gewinn üblicherweise nicht zurückkommt. Ein als Gratiswette erstatteter „risikofreier“ Einsatz ist keine Rückzahlung in Geld. Eine Quoten-Erhöhung, eine Kombiwetten-Versicherung und ein Cashback sind jeweils das, was ihr Name sagt, und nichts anderes. Ein über eine Einzahlung freigeschaltetes Paket bleibt ein über eine Einzahlung freigeschaltetes Paket. Und die Bedingungen eines Anbieters gelten für dieses eine Angebot, nicht für das des Nachbarn auf der Liste: Mindestquoten, Fristen und Deckelungen sind von Haus zu Haus verschieden, und keine Zahl aus einem Prospekt gilt für die Wette auf dem nächsten Wettschein.
An dieser Stelle ein Hinweis, der weniger unterhaltsam ist als ein Bonusversprechen. Wenn die Bedingungen eines Anbieters Boni, Mindestquoten oder Fristen nennen, stehen diese Angaben in seinen eigenen Allgemeinen Geschäftsbedingungen und in der Sportwettordnung, nicht in der App-Store-Beschreibung. Wer vor der Einzahlung wissen will, womit er es zu tun bekommt, liest sie dort – einmal, in Ruhe, und am besten, bevor das Konto existiert.
Was unter dem Strich bleibt
Die beste mobile Wett-App in Deutschland ist die, deren Erlaubnis man nachgeschlagen hat, bevor man sie installiert hat. Diese Reihenfolge lässt sich nicht umdrehen, und kein noch so guter Wettschein gleicht sie aus.
Danach wird die Entscheidung angenehm konkret. Wer viel am Telefon kombiniert und mittendrin eingreifen will, sucht den Teil-Cashout – dort unterscheidet sich die Liste. Wer Livestreams als Teil des Wettvergnügens braucht, liest die App-Beschreibung aufmerksam, weil einige Häuser ihre Übertragungen ausdrücklich nennen und andere nicht. Und wer regelmäßig einzahlt, ohne die Monatsgrenze im Blick zu haben, wird irgendwann an der Limitdatei landen, die sich um Anbieterwechsel nicht kümmert.
Was alle zehn Angebote gemeinsam haben, ist unromantisch: ein Einzahlungsrahmen von 1.000 € im Monat, ein Konto mit vollständiger Verifizierung, Zahlung nur vom eigenen Konto und Live-Märkte, die enger gezogen sind als der eigene Erwartungshorizont. Was sie unterscheidet, sind Bedienung, Funktionsumfang und die Bedingungen, die jeder selbst geschrieben hat. Und in jedem einzelnen Preis steckt dieselbe Marge, die niemand ausweist und jeder bezahlt.
Häufige Fragen zu mobilen Wettanbietern
Woran ist erkennbar, dass eine Wett-App eine deutsche Erlaubnis hat?
Am Eintrag in der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder. Dort steht der Inhaber der Erlaubnis, nicht der Name im App-Store. Eine .de-Domain allein beweist nichts, und eine Beschreibung wie „Deutsche Lizenz (Whitelist)“ in einem Store ist eine Selbstauskunft, die man gegen die Liste abgleicht.
Gelten das Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat und die OASIS-Abfrage auch bei Wetten per App?
Ja. Beide sind an das Konto gebunden, nicht an das Gerät. Das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat gilt standardmäßig über alle Anbieter hinweg und wird über die LUGAS-Limitdatei durchgesetzt. OASIS wird bei Registrierung und Login abgefragt, unabhängig davon, ob man am Rechner oder auf dem Telefon sitzt.
Was ist bei Livewetten über das Smartphone erlaubt – und was ist ausgeschlossen?
Erlaubt sind während eines laufenden Ereignisses nur Wetten auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. Der nächste Punkt im Tennis und der nächste Korb im Basketball sind ausgeschlossen. E-Sport-Wetten sind in Deutschland nicht möglich.
Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Auszahlung in der App aus?
Die Steuer von 5,3 % wird auf den gezahlten Einsatz abzüglich des Steuerbetrags selbst erhoben, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags. Sie schuldet der Veranstalter, nicht der Spielende. Ob und wie ein Anbieter sie in seine Quoten einrechnet, steht in seinen eigenen Bedingungen – allgemein lässt sich das nicht beantworten.
Welche Bonusbedingungen sollte man vor der Einzahlung prüfen?
Vor allem Umsatzanforderungen, Mindestquoten, Fristen und eine mögliche Deckelung des Gewinns aus der Gratiswette. Das GlüStV setzt hier keine Zahlen; sie stehen ausschließlich in den Bedingungen des jeweiligen Anbieters. Eine Gratiswette ist dabei kein Geldbetrag, sondern ein Betrag, dessen Einsatz bei einem Gewinn üblicherweise nicht mit ausgezahlt wird.
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Inhalt erstellt vom Team «Ueberweisungwetten.com»
